Thema 05 · In Ruhe kennenlernen
Gespräch und Marktforschung
Marktforschung bedeutet hier: Ein Auftraggeber möchte besser verstehen, was Menschen erwarten, erleben oder von einem Angebot halten. Eine Meinungsumfrage ist eine mögliche Form davon.
Du bist Expertin oder Experte für dein eigenes Leben mit der Erkrankung. Dafür musst du weder das Gesundheitswesen überblicken noch Fachbegriffe kennen. Auch Fragen und Unsicherheit gehören zu deiner Erfahrung.
Am Beispiel verstehenErklärseite im Prototyp. Kein aktuelles Mitmachangebot. Lesen ist ohne Anmeldung möglich.
Erfundenes Beispiel · Marlis, Mehmet und Dieter
So kann das im Alltag aussehen.
Eine Organisation möchte wissen, welche Unterstützung im Alltag fehlt. Marlis denkt an lange Anfahrten. Mehmet an die Vereinbarkeit mit der Arbeit. Dieter daran, jemanden auch ohne Online-Formular erreichen zu können. Dieselbe Frage führt zu unterschiedlichen Antworten.
Warum ist diese Erfahrung wichtig?
Wenn nur Menschen mit ähnlichen Erfahrungen gefragt werden, können wichtige Sichtweisen fehlen. Deine Antwort muss weder besonders geschickt formuliert sein noch zur Meinung anderer passen.
Was würdest du konkret machen?
- Du beantwortest verständliche Fragen, zum Beispiel schriftlich oder telefonisch.
- In einem Einzelgespräch kannst du ausführlicher erzählen. In einer kleinen Runde kommen mehrere Sichtweisen zusammen.
- Bei einem Tagebuch hältst du vereinbarte Alltagssituationen über einen vorher festgelegten Zeitraum fest.
Unser Beispiel auf Klar gefragt lautet: „Wenn du Unterstützung suchst: Was zählt für dich am meisten? Was fehlt bisher?“ Du kannst auch sagen: „Das weiß ich nicht“ oder eine Frage offenlassen.
Was musst du dafür können?
Du musst keine fertige Lösung haben und nicht für andere Menschen sprechen. Es reicht, von dem zu erzählen, was du selbst erlebst, oder eine eigene Frage einzubringen. Wenn ein bestimmtes Vorhaben zusätzliche Erfahrung braucht, muss das vorher klar erklärt werden.
Du kannst sagen: „Das kenne ich nicht“, „Das verstehe ich nicht“ oder „Darüber möchte ich nicht sprechen“. Niemand kennt sich mit allem aus.
Was könnte dein Beitrag verändern?
Die Ergebnisse könnten helfen, ein Angebot zu verändern. Drei Beispielstimmen sind aber kein Abbild aller Betroffenen. Es muss deutlich bleiben, wer befragt wurde und welche Aussagen sich daraus ableiten lassen. Vor einer echten Teilnahme wird erklärt, wer fragt, wofür und ob eine Aufzeichnung vorgesehen ist.
Eine Rückmeldung kann etwas anstoßen. Sie ist kein Versprechen, dass eine Änderung umgesetzt wird. Vorab sollte vereinbart werden, ob und wie du erfährst, was aus den Beiträgen geworden ist.
Erst verstehen. Dann entscheiden.
Bevor du einem echten Vorhaben zusagst, brauchst du klare Antworten:
Wer fragt und wofür?
Du erfährst, wer das Vorhaben beauftragt, worum es geht und wozu deine Beiträge genutzt werden sollen. Diese Erklärseite ist noch keine Einladung.
Wie viel Zeit und Kraft brauche ich?
Dauer, Vorbereitung, Ort und mögliche Folgetermine müssen vorher erklärt werden. Frage nach Pausen, kurzen Abschnitten oder einer Begleitperson, wenn du das brauchst. Nicht jedes Format passt zu jedem Menschen.
Gibt es eine Vergütung?
Ob und wie viel bezahlt wird und welche Auslagen übernommen werden, muss vor der Zusage feststehen. Interesse oder ein Profil allein bedeuten keine garantierten Einladungen oder Einnahmen.
Was passiert mit meinen Angaben?
Vor einer Teilnahme muss klar sein, wer welche Angaben oder Antworten bekommt, ob etwas aufgezeichnet oder veröffentlicht wird und an wen du Fragen richten kannst. Diese Seite sammelt keine Antworten. Gib hier keine Gesundheitsdaten ein.
Du darfst Fragen stellen und Nein sagen. Ein Profil ist keine Zusage zu einem Vorhaben.
Du kannst erst einmal weiterlesen.
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